Kajakfahren in der Halong-Bucht

Die Drachen haben ganze Arbeit geleistet. Das können wir nach fünf Tagen auf Cat Ba und einer eingehenden Inspektion des Halong-Bucht Archipelagos mit Sicherheit sagen. Wir hatten gelesen, dass Halong City und die berühmte Halong-Bucht sehr von Touristen überlaufen sei. Daher entschieden wir uns, wie vom Lonely Planet Reiseführer empfohlen, stattdessen nach Cat Ba Island zu fahren. Dort sollte es etwas ruhiger sein und man könnte Tagesausflüge mit dem Boot in die Halong-Bucht buchen. Die Anreise mit dem Bus und der Fähre haben wir über das Busunternehmen Hoang Long gebucht. Leider war die auf der Webseite angegebene Adresse von der der Bus abfahren sollte nicht korrekt. Das wurde uns erst klar als wir dort ankamen. Doch zum Glück hatten wir ausreichend Pufferzeit eingeplant und erreichten den Bus gerade noch rechtzeitig am Busbahnhof mit dem eingängigen Namen Bến xe Nước ngầm. Die Fahrt war dann sehr angenehm und gut organisiert. Wir wurden direkt bis in die einzige größere Stadt auf Cat Ba, Cat Ba Town, gebracht, in der auch unser Hostel war. Diese Verbindung scheint die günstigste von Hanoi nach Cat Ba zu sein und ist alles in allem sehr zu empfehlen. Über eine bekannte Agentur namens Asia Outdoors buchten wir direkt am ersten Tag einen Ausflug in die Lan Ha Bucht, welche geografisch gesehen Teil der Halong-Bucht ist aber zu einer anderen vietnamesischen Provinz gehört. Weil sie recht weit von Halong City entfernt und damit schwerer von Hanoi aus zu erreichen ist, sind hier deutlich weniger Touristen. Im Rahmen des Ausfluges erkundeten wir dann mit dem Kajak die idyllische Lan Ha Bucht mit ihren rund 400 kleinen Inseln. Diese Inseln sind größtenteils unbewohnt. Doch dazwischen befinden sich einige schwimmende Dörfer, in denen Fischer mit ihren Familien auf selbstgebauten Hausbooten leben. Es ist schwer zu beschreiben, wie schön und beeindruckend der Anblick dieser Felseninseln mit ihren kleinen weissen Sandstränden und grün bewachsenen Spitzen wirklich ist. Vielleicht vermitteln unsere Fotos eine Idee davon.

Lan Ha Bucht Lan Ha Bucht Lan Ha Bucht Lan Ha Bucht Lan Ha Bucht Lan Ha Bucht Lan Ha Bucht Lan Ha Bucht Lan Ha Bucht

Auch auf Cat Ba selbst gefiel es uns gut. Im Zentrum der Insel befindet sich ein Nationalpark, welcher größtenteils aus dichtem Dschungel besteht. Dort gibt es mehrere Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Wir haben uns für eine einfache Route entschieden, die den Hügel Dinh Kim Gial hinauf und wieder hinab führt. Der ein Kilometer lange Aufstieg dauerte nur etwa eine Stunde doch aufgrund der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit waren wir schweißgebadet als wir oben ankamen und ziemlich froh, dass wir keine längere Route gewählt hatten. Die schöne Aussicht über die umliegenden Hügel mit ihrer dichten grünen Vegetation war die Mühe aber mehr als wert. Irgendwann während des Aufstiegs flog ein dickes Insekt laut brummend an mir vorbei. Instinktiv wich ich erst zurück, nahm aber dann an, dass es vermutlich ungefährlich sei. So war ich überrascht und etwas verunsichert als ein vorbeilaufender Vietnamese erklärte, dass es sehr giftig sei und einen Menschen für ein paar Tage ausser Gefecht setzen könne. Vermutlich war das eine Asiatische Riesenhornisse.

Aussicht vom Dinh Kim Gial

Von Cat Ba aus fahren wir nun mit dem Nachtbus weiter nach Huế, die ehemalige Hauptstadt Vietnams. Dort möchten wir uns die alte Zitadelle anschauen, in der früher der vietnamesische Kaiser residierte. Außerdem haben sich die verstorbenen Kaiser dort große Grabstätten bauen lassen, welche man besichtigen kann. Der Bus schaukelt auf den mit Schlaglöchern übersäten Straßen wild hin und her. Sehr viel Schlaf werde ich auf der 15-stündigen Fahrt wohl nicht bekommen. Doch Ina scheint das Wackeln weniger zu stören. Auf ihrer Liege neben mir scheint sie schon zu schlafen.




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