In Myanmar sagt man Mingalabar

Bevor wir unseren Aufenthalt auf Koh Phayam gebucht hatten, wussten wir nicht, dass wir uns auf der Insel zufällig sehr nah an einer Landgrenze zu Myanmar befinden würden, die erst seit kurzer Zeit für Touristen geöffnet ist. Wir beschlossen die Gelegenheit zu nutzen und beantragten die E-Visa. Nach dem Übersetzen auf thailändisches Festland und nach einiger Sucherei nach einem Drucker, um die Visa auszudrucken, ging es von dort recht problemlos über die Grenze nach Myanmar.
Diese kurze Überfahrt wird mit einem schmalen Langboot bestritten, das von einem umfunktionierten LKW-Motor angetrieben wird.
Angekommen am Bootsanleger in Kawthaung, dem südlichsten Festlandort Myanmars, begrüsste uns ein Burmese in gutem Englisch, der uns bei der Weiterreise behilflich sein wollte. Ursprünglich war unser Plan ein Paar Nächte in Kawthaung zu bleiben, um den Tag abzuwarten, an dem uns ein Schnellboot nach Myeik bringen könnte. Wir waren nicht ganz sicher, welches Ziel der sich um uns kümmernde Burmese verfolgte. Jedenfalls verneinte er, dass es ein Schnellboot gebe und dass es für uns jetzt noch möglich wäre, vorerst in Kawthaung zu bleiben. Aus mangelndem Wissen und auch weil wir nicht unhöflich sein wollten, hatte er uns innerhalb kürzester Zeit die Fahrt zum Busbahnhof und die Bustickets organisiert, ohne, dass wir wirklich eine andere Möglichkeit in Betracht ziehen konnten.
Während uns alle unseren bisherigen Südostasien-Busfahrten positiv überrascht hatten, war dies nun das Abenteuer, das einem bei “Busfahren in Südostasien” in den Sinn kommt. Wir waren die einzigen Touristen, die in einem alten Bus ohne Klimaanlage oder Beinfreiheit saßen. Das Fernsehgerät war eingeschaltet und es liefen in hoher Lautstärke Karaokesendungen und sehr dramatische burmesische Telenovelas. Die Strasse war immerhin größtenteils ausgebaut, sodass nur noch etwa ein Viertel über Schotterpisten führte. Wegen des sich schlängelnden Weges und des permanenten Hupens war jedoch ohnehin nicht an Schlaf zu denken.
Als wir Myeik um fünf Uhr morgens erreichten, gelang es uns daher sogar über das Fehlen von Fenstern in unserem Zimmer hinwegzusehen. Am nächsten Tag wieder frisch und nach dem Umzug in ein Zimmer mit eigener westlicher Toilette und Fenstern, konnten wir nun die Gegend erkunden.

Bus Marktfrau Marktfrau Strasse in Myeik Strasse in Myeik Handwerker Teigtaschen Bäcker Indische Teigtaschen Aussicht auf Myeik Mann mit Hunden See in Myeik

Myeik ist ein Ort, der aufgrund der erst kürzlich erfolgten Öffnung für den Tourismus noch kaum westlich aussehende Menschen gesehen hat. So wurden wir an jeder Ecke von den freundlichen Menschen mit Mingalabars begrüsst. Viele Männer tragen traditionelle Longyis, lange Wickelröcke, die leicht zu kurzen Hosen umfunktioniert werden können. Die Frauen tragen ähnliche Röcke und farblich passende Blusen und sehen damit ziemlich schick aus. Zudem sind ihre Gesichter mit Thanaka bemalt, einer weiß-gelben Paste, die als Make-Up und Sonnenschutz dient. Es wird für südostasiatische Verhältnisse erstaunlich wenig geraucht, dafür wird überall Bethelnuss gekaut. An jeder Ecke sieht man Männer den roten Saft, der beim Kauen der euphorisierenden Nuss entsteht, auf die Strasse spucken.
Am Bootsanleger konnten wir ein Boot mit Fahrer organisieren, der uns einmal um eine zwischen Meer und Fluss liegende Insel herumfuhr. Nach anfänglich starkem Seegang, bei dem wir klitschnass wurden, konnten wir den Sonnenuntergang bei dieser schönen Fahrt genießen.

Kapitän Boote Sonnenuntergang Sonnenuntergang Myeik vom Boot

Wir probierten verschiedene burmesische Curries, die unserem Geschmack nach etwas zu sehr nach Fisch schmeckten und aßen gefüllte indische Teigtaschen, die uns mehr zusagten. Nach ein paar Tagen traten wir unsere Weiterreise Richtung Norden in die Stadt Dawei an. Leider sahen wir bis auf einen Halbtagesausflug ans Meer und eine kurze Stadterkundung nicht viel von diesem Ort, da wir uns aufgrund von Fieber und Magenbeschwerden vorwiegend im Bett aufhielten.

Pferd mit Kutsche Nonnen in Dawei Hausbau Handwerker Cafe in Dawei




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