Angkor Wat?

Als wir in Kambodscha ankamen, war ich zunächst etwas überrascht, dass es doch recht anders aussieht als Vietnam. 90 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten und es scheint so, als würde an jeder Ecke eine Pagode stehen. Die schönen, recht neuen Gebäude haben aufwendige Formen und sind teilweise mit Gold verziert. Zudem stehen fast alle Häuser auf Stelzen, um vor Überschwemmungen durch den Fluss Tonle Sap geschützt zu sein. Dieser ändert zwei Mal im Jahr seine Fließrichtung. Im Juni fließt er gen Norden und füllt den gleichnamigen See, der während dieser Zeit 12 Meter an Tiefe gewinnt. Im September fließt er in Richtung Phnom Penh und mündet dort im Mekong.

Allee Wasserbüffel Haus auf Stelzen

Wir blieben nur eine Nacht in Phnom Penh, um am nächsten Tag weiter nach Siem Reap zu fahren. Phnom Penh ist die Hauptstadt Kambodschas und sie kam uns sehr westlich vor. Die Restaurants und Coffeeshops erinnern nicht nur durch die Auswahl und das Ambiente, sondern auch wegen der Preise an London oder Berlin. Die Hauptattraktion in Siem Reap sind die nahe gelegenen Tempelanlagen von Angkor. Hier befinden sich viele alte Tempel, die zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert gebaut wurden, darunter das weltweit größte religiöse Gebäude und Wahrzeichen Kambodschas Angkor Wat.

Angkor Wat beim Sonnenaufgang

Angkor war damals Zentrum des Khmer-Königreiches Kambuja und es wird angenommen, dass zu dieser Zeit bis zu einer Million Menschen auf dieser Fläche lebten. Diese Zahl klingt etwas eindrucksvoller, wenn sie mit der Einwohnerzahl Londons zu dieser Zeit verglichen wird - im 8. Jahrhundert gerade einmal 5.000 und im 12. Jahrhundert etwa 40.000 Menschen. Gebäude aus Stein waren Göttern und Königen vorbehalten, weshalb nur diese heute noch existieren, während Wohnhäuser, die aus Holz gebaut wurden, der Witterung zum Opfer gefallen sind. Jeder Tempel ist schon für sich gesehen sehr beeindruckend. Besonders gefallen haben uns die Gebäude, die vom Dschungel verschlungen werden. Ein Beispiel hierfür ist der Ta Prohm, der “Tomb Raider Tempel”, der im gleichnamigen Film zu sehen ist.

Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor Tempel Anlagen von Angkor

Wir mussten feststellen, dass wir über die erschreckende jüngste Geschichte Kambodschas eigentlich gar nichts wussten. Nach langen Kämpfen um die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich folgten Jahrzehnte lange Bürgerkriege. Während des Vietnamkriegs wurde Kambodscha meist-bebombtes Land der Welt. Nachdem sich die Wirtschaft wieder erholt hatte, ergriffen in den Siebziger Jahren die Roten Khmer, mit ihrem Anführer Pol Pot, die Macht. Diese waren ideologische Agrarkommunisten, die während ihrer vierjährigen Terrorherrschaft über zwei Millionen Menschen ermordeten. Ihr Ziel war es, zu erzwingen, dass alle Khmer ausschließlich von der Landwirtschaft lebten, um damit Ungerechtigkeiten zwischen Arm und Reich zu beseitigen. Um dies zu erreichen, wurden gebildete Menschen umgebracht, wie Ärzte, Lehrer, Künstler, oder aber auch Menschen, die eine Fremdsprache sprachen. Zusätzlich starben viele in den landwirtschaftlichen Arbeitslagern an Unterernährung. In Phnom Penh werden wir das Gefängnis-Museum besuchen, um mehr darüber zu erfahren.

Nun geht es auf Weihnachten zu und wir sind etwas wehmütig, dass wir es dieses Jahr nicht mit unseren Familien und Freunden verbringen. Allerdings ist ein Heiligabend bei 30 Grad unter Palmen oder vielleicht am Pool auch sehr schön. In diesem Sinne ein frohes Fest und schöne Weihnachten euch allen. 🎄🎅🌴




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